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- Teuer Euro fordert seinen Tribut
- EU hat es in Japan schwer
- Gerberakultur wird zum Aushängeschild der Technisierung
- Weniger Produktionsverlust bei Rosenkultur
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Teuer Euro fordert seinen Tribut
Im ersten Halbjahr 2008 sank der Export von Ausgangsmaterial aus den Niederlanden um 1,5 Prozent auf € 135,8 Mio. Vor allem der im Vergleich zu anderen Valuta starke Euro, ist für diesen Rückgang verantwortlich. Dies gilt insbesondere im Zusammenhang mit dem Dollarkurs.
Der Absatz nach Nordamerika sank im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um bemerkenswerte 21 Prozent auf € 6,26 Mio. Alle nordamerikanischen Länder, Kanada, die Vereinigten Staaten und Mexiko fielen deutlich ins Minus. Nur im Monat Juni stieg der Export von Ausgangsmaterial in die Vereinigten Staaten und Kanada.
Der Export in europäische Länder, die nicht der Europäischen Union angehören, konnte eine deutliche Steigerung verbuchen. Alle Länder zusammen nahmen für € 4,7 Mio. Ausgangsmaterial ab, eine Zunahme von 28 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007. Dabei ist Russland besonders hervorzuheben. Hier konnte eine Exportsteigerung von 68 Prozent in den ersten sechs Monaten diese Jahres auf einen Exportwert von € 960.000 erzielt werden. Auch in die Schweiz konnte mehr exportiert werden. Hier lag die Steigerung bei 36 Prozent auf € 1,75 Mio.
Der Absatz des Ausgangsmaterials nach Mittel- und Südamerika sank in den ersten sechs Monaten um 22 Prozent auf € 3,3 Mio. Und das ungeachtet einer deutlichen Zunahme der Exporte nach Brasilien, die um 76 Prozent auf € 702.000 anstiegen. Die Auswirkungen der Dollarschwäche sind in Brasilien nur bedingt zu spüren, da der Absatz der Zierpflanzenprodukte fast vollständig auf dem heimischen brasilianischen Markt stattfindet.
In Afrika und im Mittleren Osten hielt sich der Schaden mit einem Exportrückgang von 8,6 beziehungsweise 1,9 Prozent in Grenzen. Zucht- und Jungpflanzenbetriebe mussten jedoch einen Rückgang des Absatzes nach Australien und Neuseeland um 30 Prozent auf einen Wert von € 302.000 hinnehmen. Als Gründe für den Rückgang im ersten Halbjahr wird vermutet, dass neben dem teuren Euro auch die Unsicherheit in Bezug auf die kurzfristige ökonomische Entwicklung eine Rolle spielt. Außerdem beeinflusst die Tatsache, dass europäische Betriebe ihre Ausgangsmaterial-Produktion immer stärker in wichtige Absatzgebiete außerhalb Europas verlegen, die Exportwerte.
Download Exceltabelle: Exportzahlen 1. Halbjahr 2008
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit Experten auf dem Gebiet der Exportentwicklung. Namen, Adressen und weitere Unterstützung erhalten Sie über: c.van.vliet@flowercouncil.org
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EU hat es in Japan schwer
Neue Produktionsgebiete in Asien übernehmen als Lieferanten für den japanischen Markt immer stärker die Rolle der EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere die der Niederlande. Dies teilte der Niederländische Landwirtschaftsrat in der japanischen Hauptstadt Tokio mit. Die EU ist zwar noch immer der größte Exporteur von Blumenzwiebeln nach Japan. Das EU-Mitgliedsland Niederlande ist bei der Einfuhr von Tulpenzwiebeln, mit einem Anteil von fast 100 Prozent, unangefochtener Marktführer. Bei Lilienzwiebeln ist der Anteil zwischen 2003 und 2007 jedoch von 93 auf 85 Prozent zurückgegangen. Einfuhren aus Neuseeland und Chile haben hier Marktanteile hinzugewonnen.
Die EU musste ihre führende Rolle beim Schnittblumenimport durch Japan an aufkommende Produktionsländer in Asien abtreten. Bei diesen Ländern handelt es sich um Südkorea, Taiwan, Indien, Hongkong und Vietnam. Auch das südamerikanische Ecuador und das afrikanische Kenia machen verstärkt auf sich aufmerksam. Japan importiert vor allem Chrysanthemen, Rosen und Nelken. Nicht einmal 1 Prozent von Japans Schnittblumenimporten stammt aus der EU. Bei den Importen aus der EU handelt es sich hauptsächlich um Rosen (85%). Die größten Konkurrenten auf dem Rosenmarkt sind dabei Indien und Südkorea.
Lokale Produktion
In Japan werden rund 20.000 Hektar für die Produktion von Zierpflanzen genutzt. Diese Fläche geht jedoch langsam zurück. Rund 70 Prozent der Blumen werden in Gewächshäusern kultiviert. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Gewächshäuser mit kleiner Anbaufläche, häufig aus Kunststoff aufgrund der Erdbeben- und Taifungefahr. Die wichtigste Schnittblumenkultur ist die Chrysantheme, das Symbol der Kaiserfamilie.
Konsum
Japan ist ein großer Abnehmer von Schnittblumen und die Japaner sind bereit gute Preise für Blumen zu bezahlen, wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. 70 Prozent der Schnittblumen werden für den institutionellen Verbrauch gekauft, 30 Prozent für den privaten Konsum. Im Vergleich zu Europa ist der private Markt noch eher unterentwickelt. Der Kauf von Blumen ist stark an spezielle Tage oder Anlässe gebunden.
Konkurrenzsituation
Die aufkommenden asiatischen Produktionsgebiete haben in Bezug auf Lohn- und Transportkosten einen Vorsprung gegenüber der EU. Die EU kann sich nach Aussagen des Landwirtschaftsrates jedoch durch ein Angebot spezieller Varietäten in Nischenmärkten etablieren. Außerdem gibt es Chancen für veredelte Produkte und bei der Vermehrung von Ausgangsmaterial. Außerdem können Gutachten auf dem Gebiet des Transportes und der Logistik geliefert werden. Dabei ist offen inwieweit die Japaner für eine Beratung von außen offen sind. Die europäische Effizienz entspricht nicht immer den vorherrschenden Interessen der japanischen Gärtner, Kooperationen, Versteigerungen sowie des Groß- und Einzelhandels, teilte der Landwirtschaftsrat mit. Am 30. Oktober 2008 organisiert Blumenbüro Holland ein Seminar auf der Fachmesse IFEX in der Makuhari Messe in Tokio, als Teil einer Seminarreihe, die von der EU mitfinanziert wird.
Themenvorschlag für die Redaktion- Interview mit einem Experten zum Thema Zierpflanzenmarkt in Japan. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Gerberakultur wird zum Aushängeschild der Technisierung
Produzenten, Lieferanten von Ausgangsmaterial und Kulturexperten sind der Auffassung, dass die Gerberaproduktion in den kommenden Jahren eine enorme Entwicklung nehmen wird. Neben der Anwendung allerlei technischer Hochleistungen werden Anbauflächen- und Produktionsausweitung sowie die Spezialisierung bei großblumigen und Minigerbera eine wichtige Rolle spielen.
Produktionsbetriebe, die Minigerbera kultivieren, sollen in Zukunft zwischen 7 und 10 ha groß werden. Betriebe, die großblumige Gerbera kultivieren, werden auf etwas kleineren Flächen produzieren. Es werden weniger Sorten pro Betrieb kultiviert, wodurch die Automatisierung weiter gesteigert werden kann. Außerdem wird die Zukunft durch Entwicklungen, wie Pflückroboter (bei Minigerbera) bestimmt werden. So können Arbeitskosten reduziert werden, da die Produktivität schnell 800 Stiele pro Quadratmeter erhöht werden kann. Kultursysteme werden durch Mess- und Regelsysteme angesteuert und kontrolliert und LED-Leuchten sollen zusammen mit traditionellen Lampen für besseres Kulturlicht sorgen. Die LED-Leuchten werden dabei bestimmte Teile des Lichtspektrums ausfüllen. Der Einsatz neuer Schirmtechniken und von Anti-Reflexionsglas werden den Energieeinsatz weiter in Grenzen halten.
Themenvorschlag für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Gerberakultur. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Weniger Produktionsverlust bei Rosenkultur
Bei der Rosenkultur werden zurzeit Methoden entwickelt, die Produktionsausfälle – und so Einkommensverluste für den Produzenten - durch einen Sortimentswechsel bei Rosen zu minimieren. Dazu verbleiben die jungen Rosenpflanzen länger im Betrieb des Pflanzenlieferanten und werden erst dann an den Schnittrosenproduzenten geliefert, wenn sie sich schon fast für die Produktion eignen. Diese Vorgehensweise hat sich bei der Gerberakultur bereits durchgesetzt.
Nach dem Bewurzeln werden die Rosenstecklinge in der Kühlung gelagert, um im Anschluss, wenn die Plugs, die die bewurzelten Stecklinge enthalten, auf die Kulturmatte gestellt werden, gleichmäßig auszutreiben.
Der Zeitraum des Kulturwechsels bei Rosengewächsen beträgt normalerweise rund 13 Wochen. Das bedeutet für den Produzenten häufig ein Jahr mit Verlusten. Mit der neuen Methode kann der Produzent bereits nach drei bis vier Wochen ernten. Der Jungpflanzenlieferant nimmt also einen Teil der Vorkultur auf sich. So erhält der Rosengärtner produktionsfertige Pflanzen, und zwar mit bereits umgebogenem Austrieb, für eine optimale Verzeigung und gleichmäßigen Pflanzenaufbau. Lieferanten von Steinwolle, Wissenschaftler und Kulturberater müssen gemeinsam mit den Rosengärtnern noch viel Entwicklungsarbeit leisten, doch es hat sich bereits gezeigt, dass die Methode funktioniert.
Da neue Sorten immer schneller aufeinander folgen, ist es von großer Wichtigkeit die Produktionsausfälle beim Sortimentswechsel so niedrig wie möglich zu halten.
Themenvorschlag für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Schnittrosenkultur. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.