| Newsletter Ausgangsmaterial - September 2008 | < zurück |
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UPOV gewinnt an Terrain
Die Internationale Union für den Schutz neuer Pflanzensorten (UPOV) gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nach dem Beitritt zwei weiterer Länder, der Dominikanischen Republik und der Türkei in 2007, zählt diese internationale Organisation nun 65 Mitgliedsstaaten.
Die UPOV wurde 1961 gegründet und der zugrundeliegende Vertrag wurde während dieser Zeit verschiedene Male angepasst und erweitert. Die wichtigste Anpassung war dabei die Überarbeitung des Vertrages im Jahr 1991. Seither ist auch das Endprodukt Gegenstand des Schutzes. Damit wurde echter Sortenschutz eigentlich erst ermöglicht.
Viele der Länder, die das UPOV-Abkommen von 1961 und die Überarbeitung von 1978 ratifizierten, haben die Version von 1991 noch nicht unterzeichnet. Dadurch ist ein Schutz insbesondere von Zierpflanzen nicht gut möglich. Länder, die nun zum ersten Mal den UPOV- Vertrag unterzeichen, können nur die letzte Version, die Überarbeitung von 1991 ratifizieren.
Das letzte der Länder, die den Nutzen im Schutz neuer Pflanzensorten sehen, ist die Türkei. Nach jahrelangen Überlegungen, Verhandlungen und Beinahe-Zustimmungen, wurde die Türkei im Oktober 2007 Mitglied der UPOV. Neben einer großen Zahl von Acker-, Obst – und Gemüsepflanzen schützt der Vertrag auch eine Reihe von Zierpflanzen. Züchter auf der ganzen Welt können nun Rosen, Nelken, Gerbera, Alstroemerien, Pfingstrosen, Gysophyla, Anthurien, Chrysanthemen und Iris zur Registrierung anmelden und Züchterschutzrechte erhalten. Dazu müssen allerdings erst einige technische Untersuchungen durchgeführt werden, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um ein Gewächs handelt, dass für die Erteilung des internationalen Sortenschutzes in Frage kommt.
Züchter können jetzt ohne Probleme ihre neuesten, in der Türkei geschützten und registrierten Sorten der in das Gesetz aufgenommenen Pflanzen, an türkische Gärtner verkaufen. Wenn einer von diesen die Vorschriften nicht einhält, kann der Züchter mit dem türkischen Gesetz im Rücken tätig werden. Bisher war das nur möglich wenn “illegale” türkische Blumen in ein Land gebracht wurden, das der UPOV angeschlossen ist, wie beispielsweise alle EU-Länder. Das führte in jüngster Vergangenheit bereits zu verschiedenen Razzien auf Flughäfen und Grenzübergängen.
Themenvorschlag für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des Züchterschutzes. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Die virtuelle Versteigerung
Die Zeiten, bei denen alle Blumen und Pflanzen an den großen Zierpflanzenversteigerungen im Nordwesten Europas auch tatsächlich an der Käufertribüne vorbeifuhren, sind vorbei. Immer häufiger sitzen hundert oder mehr Einkäufer auf den großen Versteigerungstribünen und blicken in einen leeren Raum. Sie kaufen die Produkte nur anhand der Informationen, die ihnen auf riesigen LCD-Bildschirmen angezeigt werden, auf denen die elektronisch verarbeiteten Informationen erscheinen.
In den letzten Jahren nimmt die Zahl der Käufer an den Versteigerungstribünen sogar ab. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch weniger verkauft wird, im Gegenteil. Die Käufer können dieselben Informationen, die auf den elektronischen Bildschirmen neben den Versteigerungsuhren angezeigt werden, auch auf ihrem Computer im eigenen Büro sehen und mit einem Knopfdruck eine Partie kaufen.
Damit brauchen Sie nicht mehr zur Versteigerung zu kommen und sparen eine Menge Zeit. Sie können sogar an jedem beliebigen Ort in Europa, an dem sie über eine schnelle Internetverbindung verfügen, an einer von Dutzenden Versteigerungsuhren einkaufen.
Durch das neue System ist endlich ein großer Wunsch der Versteigerungen in Erfüllung gegangen: das voneinander Abkoppeln des Informationsstroms, der Preisbildung und des physischen Produktes. Dies eröffnet eine Reihe von Perspektiven. Man benötigt weniger Stellfläche in den Versteigerungen und die Produkte müssen nicht unnötig hin und her transportiert werden. Der wichtigste Vorteil ist, dass die Produkte für den Verkauf nicht im Versteigerungsgebäude anwesend sein müssen, sondern beispielsweise während sie sich noch in der Gärtnerei befinden über die Versteigerungsuhren verkauft werden können. Der Produzent kann nämlich alle elektronischen Informationen über das Internet an die Versteigerung durchgeben, inklusive eines Produktfotos. Im Prinzip ist es möglich, dass die Produkte von der Gärtnerei direkt zum Käufer der Produkte geliefert werden, wenn die Mengen groß genug sind. Für Produzenten, beispielsweise aus Afrika und Südamerika, ist das von großer Bedeutung.
Die virtuelle Versteigerung bietet jedoch noch weitere Vorteile. Sie ermöglicht den Produzenten (den Mitgliedern der Versteigerung) direkten Zugang zum Einzelhandel. Auch der Informationsfluss innerhalb der Produktions- und Absatzkette verbessert sich und so verbessert die virtuelle Versteigerung die Effizienz der gesamten Kette.
Durch die Virtualisierung können Einzel- und Großhändler einfacher Webshops auf ihren Websites eröffnen. Deren Angebot kann dann ganz automatisch mit den Produkten gefüllt werden, die an der virtuellen Versteigerung eingekauft wurden.
Die Versteigerungen in der EU erwarten, dass sich die Struktur des Sektors durch das Virtualisieren des Versteigerungsprozesses verändert.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit Experten auf dem Gebiet der Entwicklung von Versteigerungssystemen. Namen, Adressen und weitere Unterstützung erhalten Sie über: c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Flächenausweitung
Erweiterungen sind “in”. Nicht nur im Blumenhandel, sondern auch bei der Produktion von Schnittblumen. In der EU ist die Ausweitung der Anbauflächen ebenfalls an der Tagesordnung, trotz der komplizierten Gesetzgebung und des enormen Kapitals, das für Ausweitungen und Übernahmen investiert werden muss.
Absoluter Spitzenreiter ist ein indischer Produktionsbetrieb, der inzwischen als mit Abstand größter Rosenproduzent bezeichnet werden kann. Der börsennotierte Betrieb verfügt zum jetzigen Zeitpunkt durch die Übernahme von einem niederländischen Eigentümer, in Kenia über 200 ha Rosenproduktion. Über den Ankauf von 700 ha Land und dem Aufbau der Rosenproduktion dort, wird zurzeit hart verhandelt.
In Äthiopien verfügt der Betrieb zurzeit über 65 ha Rosenproduktion und die Pläne für den Bau einer Produktionseinrichtung von 175 ha sind bereits fertiggestellt.
In Indien, der Heimat des Konglomerats, verfügt es “nur” über 20 ha Rosenproduktion. Der Grund dafür ist, dass es in Indien nicht möglich ist mehr Land zu besitzen.
Der großflächige Anbau ist gepaart mit einer sorgfältigen Umsetzung der Belange für gute Umwelt- und Arbeitsbedingungen in der Produktion. Der Betrieb ist MPS-A und MPS-Q (Socially Qualified) zertifiziert. MPS-GAP (Good Agriculture Practice) und das britische Zertifikat ETI (Ethical Trade Initiative) werden bald folgen.
Der Absatz erfolgt komplett über die größte Versteigerung in der EU, da von dort aus der gesamte europäische Markt, inklusive der umliegenden Länder, bedient werden kann. Dies ist ein Beweis mehr dafür, dass die Versteigerungen in der EU den Distributionsmittelpunkt für ganz Europa, aber auch für die Produktion aus Afrika und Asien darstellen.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Internationalisierung des Rosenmarktes. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei: c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Hypericum bleibt beliebt
Die Produktion von Hypericum verläuft gut. Die Pflanze, die ursprünglich dem Baumschulbereich zugeordnet wurde, hat sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren zu einem nicht mehr wegzudenkenden Mitspieler auf dem Markt der beerentragenden Ziersträucher entwickelt. Das Produkt wird häufig in Sträußen verwendet, bei denen vor allem eine natürliche Ausstrahlung betont werden soll.
In den vergangenen Jahren wurde das Sortiment stark um unterschiedliche abweichende Farben erweitert. Dadurch verfügt der Florist nun über eine sehr breite Skala an Beerenfarben, so dass für jede Farbgebung in einem Strauß auch eine passende Hypericum-Sorte zu finden ist.
Hypericum ist eindeutig zu einem Massenprodukt geworden und die Anlieferungen an die großen Versteigerungen in der EU stammen aus 87 Ländern außerhalb der EU, insbesondere aus Ecuador und Kenia.
Wichtigste Sorte ist ‘Excellent Flair’.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des Absatzes von Beerensträuchern. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.