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Newsletter Ausgangsmaterial - Juli 2008 < zurück
 
 
  1. Brasilianischer Zierpflanzenbau entwickelt sich positiv Es läuft gut in Brasilien, nicht nur in Bezug auf die Wirtschaft insgesamt, sondern auch im Zierpflanzenbau.

    Der brasilianische Blumenexport hat 2007 im Vergleich zu 2006 um 9,2 Prozent zugenommen. Der gesamte Exportwert lag bei 35 Mio. US-Dollar (23 Mio. EUR). Rund die Hälfte des Export geht in die Niederlande, der Rest nach Portugal und in die Vereinigten Staaten. 2007 wurde außerdem für 11 Mio. US-Dollar (7 Mio. EUR) importiert und zwar überwiegend Blumenzwiebeln aus den Niederlanden für die Kultur von Zwiebelblumen. 

    Der Teilstaat São Paulo, mit dem Zierpflanzen-Zentrum Holambra, ist mit einem Exportwert von 25 Mio. US-Dollar (16 Mio. EUR) verantwortlich für fast Dreiviertel des brasilianischen Blumenexports, mit Abstand gefolgt vom nördlichen Teilstaat Ceará  mit 5 Mio. US-Dollar (3,2 Mio. EUR) und Rio Grande do Sul mit 2,3 Mio. US-Dollar (2 Mio. EUR). Außerdem exportieren auch die Teilstaaten Minas Gerais und Santa Caterina Blumen.

    Brasilien exportierte für ungefähr 7 Mio. US-Dollar (4,5 Mio. EUR) Pflanzenstecklinge in die Niederlande während der Export von Zwiebeln und Knollen in die Niederlande rund 11 Mio. US-Dollar (7 Mio. EUR) erreichte. Das Wachstum des Exports ist insbesondere auf die im Vergleich zum Dollar stark gestiegene brasilianische Währung bemerkenswert. Dadurch werden Exporte weniger attraktiv und viele Produzenten konzentrieren sich auf den lokalen Markt, der stark wächst.

    Die Entwicklung des brasilianischen Blumensektors ist in vollem Gange. Im ganzen Land gibt es rund 18.000 Verkaufsstellen. Obwohl der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr nach Schätzungen bei 800 Mio. US-Dollar (510 Mio. EUR) lag, sind das pro Kopf der Bevölkerung nicht mehr als 6 US-Dollar pro Person (3,85 EUR). Einen Durchschnitt gibt es jedoch in Brasilien nicht: wo viele kein Geld (übrig) haben um Blumen zu kaufen, gibt es andererseits große Konsumentengruppen, die ein Mehrfaches des genannten Durchschnittes ausgeben.

    Vom 11. bis 13. Juni findet wieder die jährliche Gartenbaumesse Hortitec statt - die größte Gartenbaumesse lateinamerikanischer Produzenten. Das Ereignis wird im Herzen von Brasiliens Anbaugebiet Holambra veranstaltet, etwa 150 km nordwestlich von São Paulo.
      Während der Messe wird zum dritten Mal ein Seminar durchgeführt, das von Blumenbüro Holland und der Europäischen Union finanziert wird. Dieses findet am Freitag, dem 13. Juni, auf dem Messegelände in Holambra statt.

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    Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des brasilianischen Zierpflanzenbaus. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei  c.van.vliet@flowercouncil.org.  
  2. Export Ausgangsmaterial läuft gut Der Export von Ausgangmaterial ist im ersten Quartal 2008 gut verlaufen. Es wurden für 6,8 Mio. EUR Stecklinge, Jungpflanzen und bewurzelte Stecklinge exportiert. Dies sind 3,9 Prozent mehr als im ersten Quartal 2007.

    Der Absatz nach Nordamerika ging durch die ungünstige Währungsentwicklung stark zurück, doch der Export in europäische Länder, die keine EU-Mitglieder sind, entwickelte sich besonders gut. Diese Länder nahmen rund ein Drittel mehr ab als im ersten Quartal 2007. Auch der Export nach Afrika konnte um 4 Prozent gesteigert werden. Der Mittlere Osten bleibt auf nahezu gleichem Niveau.

    Der Export nach Lateinamerika verlief weniger zufriedenstellend. Diese - vielfach Dollar orientierten - Länder haben große Probleme durch den niedrigen Dollarstand, weil das Ausgangsmaterial aus der EU in Euro bezahlt werden muss. Eine Ausnahme bildet nur das Land mit der größten Wirtschaftsentwicklung in Südamerika: Brasilien.  Brasilianische Gärtner kauften für 237.000 € Ausgangsmaterial aus EU-Ländern. Dass es in Brasilien so gut läuft, ist überwiegend dadurch zu begründen, dass die meisten Blumen für den inländischen Markt gedacht sind. Das ökonomische Wachstum in Brasilien lag 2007 bei 4,5 Prozent und das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung betrug 9.700 US-Dollar (6.200 EUR).

    Beim Export von Ausgangsmaterial waren im ersten Quartal dieses Jahres 74,1 Prozent für die Kultur von Topfpflanzen und 25,9 Prozent für die Schnittblumenkultur bestimmt. Der Export von Ausgangsmaterial für die Topfpflanzenproduktion stieg um 8,4 Prozent, die Exportzahlen für das Ausgangsmaterial für die Schmittblumenkultur sank um 8,5 Prozent. Diese unterschiedliche Entwicklung wurde einerseits dadurch verursacht, dass immer mehr Stecklinge, Jungpflanzen und bewurzelte Stecklinge in den wichtigsten Produktionsgebieten für Schnittblumen selbst erzeugt werden. Damit umgeht man unter anderem die stetig wachsenden Transportkosten. Die Produktion und der Absatz von Topfpflanzen ist außerdem viel regionaler ausgerichtet, als die globale Schnittblumenproduktion und der weltweite Handel mit deren Produkten.

    Darüber hinaus ist bereits seit einigen Jahren ein weltweiter Trend zu beobachten, dass die Produktion von Topfpflanzen schneller wächst als die Kultur von Schnittblumen.

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    Interview mit Experten auf dem Gebiet des Zierpflanzenexports. Namen, Adressen und weitere Unterstützung erhalten Sie unter: c.van.vliet@flowercouncil.org.
  3. Kolumbien und Ecuador verlegen Handelsströme Der sinkende Dollarkurs hat deutliche Konsequenzen für die Schnittblumenkultur in Südamerika. Da kolumbianische Gärtner 80-85 Prozent ihrer Blumen in die Vereinigten Staaten ausführen werden sie vom niedrigen Stand des Dollars hart getroffen. 

    Kolumbianische Gärtner werden seit einiger Zeit intensiver als früher durch europäische Versteigerungen begleitet. Seit jeher besteht dem Versteigerungssystem gegenüber ein großes Misstrauen. Durch eine intensivere Betreuung der Gärtner in Kolumbien hoffen die Versteigerungen dieses Misstrauen abbauen zu können. Doch die kolumbianischen Gärtner nutzen die Versteigerungsuhren bisher nach wie vor nur selten. In fast allen Fällen werden ihre Produkte über die Vermittlungen verkauft. Bei diesem Verkaufssystem werden die Blumen aus Kolumbien über einen Zwischenhändler an der Versteigerung an einen Händler in der EU verkauft. Der kolumbianische Gärtner bleibt bis zuletzt Eigentümer der Produkte und muss letztendlich ausdrücklich mit „Ja“ zustimmen damit eine Transaktion stattfinden kann. An der Versteigerungsuhr ist das anders. Einmal an die Versteigerung geliefert, gibt es beim Verkauf über die Uhr für einen Produzenten keinen Weg zurück.

    In Ecuador ist der Druck durch die Währungsschwäche des Dollars weniger groß, da in Ecuador der Dollar gesetzliches Zahlungsmittel ist. Doch für die ecuadorianischen Gärtner ist es auch wichtig mehr in die EU zu liefern, damit sie vom „teuren” Euro profitieren können, mit dem sie bezahlt werden.
      Ecuadorianische Gärtner haben schon immer mehr nach Europa abgesetzt als ihre kolumbianischen Kollegen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat sich dies noch gesteigert. Der Verkauf von Blumen aus ecuadorianischer Produktion in die Vereinigten Staaten ist im Wert um 26 Prozent gesunken und der Verkauf nach Asien sank um 9 Prozent. Der Umsatz des Schnittblumenabsatzes nach Europa stieg dementgegen um 11 Prozent.

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    Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des südamerikanischen Blumenanbaus. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
  4. Europa kann erleichtert aufatmen Es ist noch nicht lange her, dass jeder, der mit dem internationalen Blumenhandel zu tun hatte, den Namen Dubai fallen ließ. Die bestehenden Produktströme zwischen Europa, Afrika sowie dem Mittleren und Fernen Osten sollten die längste Zeit die traditionellen Routen genutzt haben. Blumen aus Afrika und Südamerika sollten nicht länger über die bekannten Umschlagplätze, die sogenannten “hubs”, in die EU verkauft werden, sondern in andere Teile der Welt. Da Dubai über so einen attraktiven Flugplatz mit guten Einrichtungen für Frischeprodukte verfügt und vor allem über viel Geld, sollte es bald insbesondere um den Blumenhandel und den Umschlag über den Flughafen Amsterdam geschehen sein. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass dieses Szenario nicht zustande kommen wird. Europäische Blumenhändler, die sich in Dubai niedergelassen hatten um „dabei” zu sein, wenn der Standortwettbewerb losgeht, haben ihre Siebensachen gepackt und die Büros des prächtigen Dubai Flower Centre sind längst nicht alle besetzt.

    Dass die Pläne gescheitert sind, führen europäische Händler unter anderem darauf zurück, dass der Absatz in der Region selbst nicht sehr groß ist. Die vor allem indischen Einzelhändler bestellen nur bei indischen Großhändlern und nicht bei anderen Händlern, die ihnen nicht bekannt sind. Auch im regionalen Handel scheint es eine sehr viel geringere Nachfrage zu geben als gedacht, die Grenze zu Saudi-Arabien ist eine fast uneinnehmbare Festung für die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Der Transit in den Fernen Osten für Blumen aus Afrika scheint durch den zusätzlichen Zwischenstop vielfach zu teuer zu werden. Die Anlagen in Dubai mögen zwar ausgezeichnet sein, es fehlt aber an Effizienz und an Kooperation zwischen den Fluggesellschaften und somit arbeitet das Dubai Flower Centre nicht zugunsten von Dubai als ‘Flower Hub’.

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    Interview mit Experten auf dem Gebiet des internationalen Schnittblumenhandels. Namen, Adressen und weitere Unterstützung erhalten Sie unter: c.van.vliet@flowercouncil.org.
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