| Newsletter Ausgangsmaterial - Juni 2008 | < zurück |
- LED-Leuchten werden Gewächshäuser erobern
- China lernt mit Züchterrecht umzugehen
- Blumenhandel und conditionierte (See-)Container
- Kolumbien, Opfer des sinkenden Dollarkurses
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LED-Leuchten werden Gewächshäuser erobern
Der europäische Gartenbau zieht durch eine wichtige Innovation erneut das Interesse auf sich: die Belichtung von Pflanzen mit LED-Leuchten (Light-Emitting Diodes).
Die Belichtung mit LED-Leuchten kann bald zu einer Revolution in der Gewächshauskultur führen. Forscher sind intensiv damit befasst, die Technologie einsatzbereit zu machen. Eine echte Herausforderung ist die Einbindung der LED-Leuchten in ein neues Kulturkonzept für Gewächshäuser.
Preisgünstiger als Hochdruck-Natrium-Lampen sind sie noch nicht, doch es wurde bereits ein Experiment durchgeführt, bei dem 8000 m2 Gewächshaus mit LED-Lampen belichtet wurden.
LED-Leuchten sind vor allem durch den Einsatz in blinkenden Weihnachtsbaumbeleuchtungen, Fahrrad- und Taschenlampen bekannt. Sie sind in diesen Einsatzbereichen bereits sehr viel sparsamer im Energieverbrauch als traditionelle Leuchtmittel. Im Unterglas-Anbau wirft man bereits seit einigen Jahren einen Blick auf die Entwicklungen rund um die Beleuchtung mit LED-Lampen.
Um das ganze Jahr über qualitativ hochwertige Produkte zu liefern, und um das Pflanzenwachstum besser steuern zu können, werden Blumen und Pflanzen in Gewächshäusern immer häufiger länger und intensiver belichtet. Es wird erwartet, dass diese Belichtung zusätzlich zum Tageslicht, die sogenannte Assimilationsbelichtung, sich in Zukunft deutlich weiterentwickeln wird. Normen rund um Energieeinsparungen sind dabei ein Problem. Glücklicherweise bietet die LED-Belichtung hier das Potenzial einer energiesparenden und ökonomisch durchführbaren Lösung. Die modernen Wachstumslampen produzieren viel Wärme. LED-Leuchten können jedoch dicht über den Pflanzen eingesetzt werden, ohne diesen Schaden zuzufügen.
Doch der möglicherweise wichtigste Vorteil für Produzenten ist die relativ einfache Regulierung, sowohl der Farbe als auch der Intensität der LED-Leuchten. Diese bietet bisher nicht da gewesene Möglichkeiten, um beispielsweise mit blauem oder grünem Licht physiologische Prozesse in der Pflanze zu steuern und die gewünschte Art des Lichts genau zum richtigen Moment einzusetzen. Zurzeit sehen Produzenten Einsatzmöglichkeiten der LED-Leuchten noch vor allem im „Steuerlicht“, um die Pflanzenentwicklung mit niedrigen Lichtintensitäten und spezifischen Farben zu steuern.
Um LED-Leuchten zu einem Erfolg im Unterglas-Anbau zu machen, muss der Wirkungsgrad allerdings noch deutlich verbessert werden.
Themenvorschläge für die Redaktion-
Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Belichtung von Blumen und Pflanzen. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Belichtung von Blumen und Pflanzen. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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China lernt mit Züchterrecht umzugehen
Eine Reihe von Organisationen aus der EU, darunter auch eine Züchter-Organisation, unterstützen die chinesische Regierung bei der Einführung des Züchterrechtes.
Züchterschutz ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen für die Entwicklung des Zierpflanzenbaus in einem Land. Wer die Märkte der Welt erobern will, muss auf die besten und neuesten Sorten zurückgreifen können und diese sind alle durch das Züchterrecht geschützt.
Die chinesische Regierung hat dies erkannt und arbeitet intensiv daran, das in Europa vorhandene Wissen zu übermitteln.
Das Projekt ist in erster Linie auf Wissensvermittlung und eine Straffung der Verfahrensweisen ausgerichtet. Damit soll die chinesische Regierung in die Lage versetzt werden, selbst die Untersuchungen zur Wahrung des Züchterrechts durchzuführen und die Effizienz der eigenen Organisation zu verbessern.
In 2007 wurden bereits zwei chinesische Funktionärinnen in der EU im Züchterrecht geschult, wobei vor allem der Prozess von der Beantragung bis zur Erteilung des Züchterschutzes studiert wurde. Außerdem wurden Forscher ausgebildet und eine Gruppe chinesischer Manager betreut, die sich die organisatorische Herangehensweise, die in den meisten EU-Ländern üblich ist, angesehen haben.
Auf der praktischen Ebene wurden zahlreiche Züchter in Europa befragt, um einen solch schwierigen Problembereich in Angriff nehmen zu können. So konnte bereits eine gemeinsam erarbeitete chinesisch-europäische Liste mit Verbesserungspunkten aufgestellt werden: Ausweitung der Liste der zu schützenden Sorten, Vereinfachung der Beantragung mit deutlicheren Fristen, Kontakte zwischen Antragstellern und Forschern, mehr Wissen und Zugang zu Referenzsammlungen und natürlich eine bessere Handhabung des Züchterrechts.
Die chinesische Regierung hat zugesagt die Vorschläge sehr ernsthaft zu prüfen.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit Experten auf dem Gebiet des Blumenabsatzes. Namen, Adressen und weitere Unterstützung erhalten Sie unter: c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Blumenhandel und conditionierte (See-)Container
Der Blumenhandel wird sich in den kommenden Jahren aufgrund des zunehmenden Transport von Blumen in klimagesteuerten Seecontainern stark verändern.
Schon die viel niedrigeren Frachtkosten beim Transport im Seecontainer im Vergleich zur Luftfracht sorgen für eine völlig neue Konkurrenzsituation zwischen den verschiedenen Regionen, in denen Blumen produziert werden. Die Frachtkosten beim Seetransport betragen nur ungefähr die Hälfte der Luftfrachtpreise. Ein weiterer Vorteil ist, dass Länder wie die Schweiz über den Rhein mit einem Containerschiff recht kostengünstig zu beliefern sind. Dies führt zu einem preisgünstigeren Transport und einer geringeren Umweltbelastung.
Die bessere Erhaltung der Qualität in Seecontainern im Vergleich zum Flugzeug ist jedoch eines der schwerwiegendsten Argumente, um sich für den Containertransport zu entscheiden. In einem Flugzeug wird die Kühlkette unterbrochen, da die Temperatur im Frachtraum schnell 15°C betragen kann. In einem Seecontainer wird die Entwicklung der Blume bei einer Temperatur von einem halben Grad über Null nahezu gestoppt. Außerdem sind die Reeder viel besser auf den Transport leicht verderblicher Güter eingestellt als Fluggesellschaften.
Mit conditioniertem Transport wird auch eine ganz andere Art und Weise des Handelns ermöglicht. Es könnte Terminhandel entstehen und Saisonspitzen für den Absatz wie Muttertag, Valentin und andere Festtage könnten viel besser aufgefangen werden. Schon Wochen vor den Blumen verschlingenden Festtagen könnten Bestellungen auf ein Schiff geladen werden.
Spekulation ist ein anderes Phänomen, dass beim Handel mit frischen Blumen auftreten könnte. Dass Blumen vier Wochen ohne weitere Probleme unterwegs sein können bedeutet auch, dass ein Produzent seine Produktion in einem angemieteten Container wochenlang lagern könnte, in der Hoffnung, dass seine Blumen kurz vor bestimmten Festtagen höhere Preise erzielen.
Es wird erwartet, dass vor allem Supermarktketten Produkte aus dem Seetransport nutzen werden, da sie mit wochenlang im voraus geplanten Aktionen arbeiten. Außerdem ist diese Gruppe von Abnehmern stetig bemüht weitere Kosten in der Produktions- und Absatzkette einzusparen.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der (See-)Containerfracht. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Kolumbien, Opfer des sinkenden Dollarkurses
Die kolumbianische Blumenindustrie erlebt zurzeit die ernsthafteste Krise ihrer Geschichte. Der ständig sinkende Wechselkurs des Dollars im Vergleich zum kolumbianischen Peso höhlt die finanziellen Reserven der Produzenten vollständig aus. Der Wechselkurs des Peso im Vergleich zum Dollar sank allein zwischen 2006 und heute von rund 2,25 Pesos für 1 Dollar im Jahr 2006 auf 1,83 Pesos für 1 Dollar Ende März 2008, ein Unterschied von bemerkenswerten 18 Prozent. Betrachtet man den Zeitraum seit 2003 beträgt der Unterschied sogar mehr als 30 Prozent.
Außerdem scheinen Berichten zufolge die Amerikaner aufgrund der ökonomischen Probleme rund um die Kreditkrise weniger Blumen zu kaufen. Auch die Inflation in Kolumbien, im vergangenen Jahr 5,6 Prozent, spielt eine sehr wichtige Rolle. Damit ist der Ärger für die Kolumbianer komplett.
Durch all diese Entwicklungen, auf die die Blumenproduzenten selbst keinen Einfluss haben, sind die Kosten in den vergangenen Jahre um 30 Prozent gestiegen. Das hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren bereits einige Betriebe schließen mussten und dass es bei vielen anderen Betrieben Entlassungen gab.
Das Nachbarland Ecuador, der bedeutendste Konkurrent Kolumbiens, hat eine Dollarwährung und ist so vom sinkenden Dollarkurs nicht betroffen. Kolumbien orientiert sich nun immer stärker hin zu anderen Absatzmärkte, wie die EU und Russland. Auch der Transport per Schiff kann dabei Erleichterung bedeuten, da dieser preisgünstiger ist. Es wird auch über eine Preiserhöhung für kolumbianische Blumen gesprochen. Ob dies eine Lösung darstellt wird vielerorts bezweifelt. Es wird erwartet, dass der Export von europäischem Ausgangsmaterial nach Kolumbien in diesem Jahr zurückgehen wird.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Marktpreisbildung von Schnittblumen. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.