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Newsletter Ausgangsmaterial - Mai 2008 < zurück
 
 
  1. In Mexiko geht es aufwärts Es hat ein wenig gedauert, doch es geht aufwärts mit der Blumen- und Pflanzenkultur in Mexiko. Der Absatz im Binnenmarkt läuft gut, der Export in die Vereinigten Staaten stieg 2007 um 6,7 Prozent auf 42 Millionen US-Dollar, wovon Schnittblumen mit fast 12 Prozent einen Wert von 20 Millionen US-Dollar erreichten.

    In Lateinamerika zeichnen sich Produzenten von Agrarprodukten im Allgemeinen nicht durch ihre Zusammenarbeit aus. Dies hatte zur Folge, dass sie häufig nicht den optimalen Preis für ihre Produkte erzielen konnten.

    Seit dem vergangenen Jahr arbeiten im Teilstaat Morelos, genau im Süden der Metropole Mexiko-City circa 80 Produzenten von Zierpflanzen in der Kooperation Conaplor zusammen. Diese Kooperation hat in der Nähe von Cuautla einen Cash & Carry Markt eröffnet, der in etwa auf der gleichen Grundlage arbeitet wie beispielsweise Cash & Carry Märkte für Zierpflanzen in Europa, die bereits seit Jahrzehnten erfolgreich operieren.

    Gärtner können bei Conaplor den Großhändlern ihre Pflanzen zum Verkauf anbieten. Ein elektronisches Kassensystem, bestehend aus handlichen Scannern und einer zentralen Kasse sorgen für eine einfache Rechnungserstellung und Bezahlung. Händler und Garten- und Landschaftsgestalter aus ganz Mexiko kommen zu diesem modernen Cash & Carry, um ihr Einkäufe zu tätigen.

    In der Nähe von Toluca ist seit Januar 2008 ein neuer genossenschaftlich organisierter Großhandelsmarkt aktiv, Floracopio. Dieser Markt steht im Gegensatz zu den bereits bestehenden Märkten, die dem Staat gehören. Eigentümer sind die Mitglieder der Genossenschaft. Momentan haben sich bereits 600 Mitglieder als Anteilseigner dem Großhandelsmarkt angeschlossen. Der Markt besteht aus einer Reihe großer Hallen, früher eine Distributionszentrale des Supermarktgiganten Walmart. Hier stellen die Gärtner ihre Ware aus und Groß- und Einzelhändler kommen dorthin, um ihre Einkäufe zu tätigen. Der Markt ist von Beginn an mit einem Vermittlungsbüro aktiv, das so organisiert ist wie vergleichbare Büros in einigen europäischen Ländern.

    Es gibt auch Pläne über eine Versteigerungsuhr zu versteigern. Bei der Entwicklung dieses neuen Vermarktungsstandortes werden die Initiatoren von einer großen Blumenversteigerung aus der EU unterstützt. Die Hilfe besteht neben dem Vermitteln von Wissen auch im Organisieren von Verkaufsstandorten bis hin zur Logistik.

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  2. Freesienknollen ziehen um Von vielen Schnittblumen, wie Rosen, Nelken und Chrysanthemen war bereits bekannt, dass das Ausgangsmaterial für diese Blumen nicht mehr in Europa kultiviert wird, sondern in den Regionen der Welt, in denen das Klima besser und die Lohnkosten niedriger sind. Nun verlagert sich auch die Vermehrung von Freesien in diese Länder.

    Freesien, die überwiegend im EU-Mitgliedsland Niederlande kultiviert werden, werden durch kleine Knollen vermehrt. Diese Knollen können allerdings nach August nicht mehr geerntet werden, will man eine hohe Qualität erzielen. Auch ein Virus, der nach jahrelanger Kultur in den Freesienknollen aufgetaucht ist, ist für die meisten Vermehrungsbetriebe ein Grund gewesen ihre Siebensachen zu packen und umzuziehen.

    So produziert ein Vermehrungsbetrieb von Freesien das Ausgangsmaterial nun in Marokko. Für den Betrieb war einer der wichtigsten Gründe dem Virusbefall vorzubeugen. Da in der EU durch offizielle Qualitätsprüfungsorganisationen wie Naktuinbouw hohe Anforderungen an das Ausgangsmaterial gestellt werden, blieb dem Vermehrer kaum eine andere Wahl. In Marokko kommen keine Pflanzen vor, die zur Familie der Freesie gehören, daher ist die Gefahr einer Infektion gleich Null.

    Es kann außerdem auch interessant sein Knollen aus einem Teil der Welt zu beziehen, in dem die Jahreszeiten entgegengesetzt verlaufen. Aus diesem Grund ist einer der wichtigsten europäischen Vermehrungsbetriebe mit der Hälfte seiner Produktion nach Neuseeland ausgewandert. Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit nun das ganze Jahr über Knollen in einheitlicher Qualität liefern zu können. Wenn in Europa im August der Strom der Knollen versiegt, nehmen die neuseeländischen deren Platz ein. Während der langen Seereise werden die Knollen bereits durch eine Wärmebehandelung präpariert. So können sie in der EU direkt in die Erde gesetzt werden.

    Es finden auch Tests für eine Vermehrung in Chile statt. Ein einziger Vermehrer vermehrt noch in Europa und nimmt die Nachteile in Kauf.

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    • Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Freesienkultur. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an: c.van.vliet@flowercouncil.org.
  3. Automatisierung in der Rosenkultur Die Konkurrenz aus afrikanischen und südamerikanischen Ländern nimmt für die Rosengärtner in der EU weiter zu. Niedrigere Lohnkosten, ein besseres Klima und weniger Vorschriften machen die Rosenkultur in dieser Region sehr attraktiv. 

    Doch die Rosengärtner in der EU kann man nicht über einen Kamm scheren. Man stellt sich auf vielfältige Art und Weise auf die veränderte Konkurrenzsituation ein. Die Entwicklung und die Anlage einer vollständig automatisierten Rosenkultur spielen dabei eine wichtige Rolle. Mobile Kultursysteme, Ernteroboter und vollautomatische Transportsysteme in den Gewächshäusern sollen die Nachteile, mit denen die Rosenkultur in Nordwesteuropa zu kämpfen hat, in einen Vorteil verwandeln.

    Die Investitionen in mobile Kultursysteme sind hoch und belaufen sich schnell auf einige Dutzend Euro pro Quadratmeter im Gewächshaus. Schon ein Transportsystem, bei dem Rosen bereits im Gewächshaus in einem Kettensystem aufgehängt werden, kostet zwischen 10 und 12 Euro pro Quadratmeter. 

    Bei einem mobilen Kultursystem ist der Grad der Auslastung des Gewächshauses viel höher, da keine Wegeflächen nötig sind. Das mobile System ermöglicht auch den Einsatz eines Ernteroboters, wodurch deutliche Einsparungen bei den Arbeitskosten möglich sind. Für einen Ernteroboter ist jedoch ein Kamerasystem notwendig, das dem Roboter zeigt, ob sich eine Rosenknospe im richtigen Reifestadium befindet.

    Der höhere Flächennutzungsgrad der Gewächshausfläche hat auch einen positiven Effekt  auf den Energieverbrauch pro Rose. Der Energieverbrauch (Wärme, Licht und Transportkosten) ist im Gartenbau ein Faktor, der neben der CO2 Reduzierung, die erreicht werden soll, um dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken, immer mehr an Bedeutung gewinnt.

    Themenvorschläge für die Redaktion
    • Interview mit einem Experten zum Thema. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an: c.van.vliet@flowercouncil.org.
  4. 2007 für viele Blumengärtner in der EU zufriedenstellend Das Jahr 2007 war für viele Gärtner in der EU ein recht gutes Jahr. Dies geht aus den Statistiken der Organisation der großen europäischen Blumenversteigerungen hervor.

    Der Durchschnittspreis für Schnittblumen stieg von 22 Cent 2006 auf 23 Cent in 2007. Natürlich gibt es zwischen den Produkten beträchtliche Unterschiede. So lag der Durchschnittspreis für alle großblumigen Rosensorten 2007 - einem sehr wichtigen Produkt in der  EU - einen Cent höher. Der Preis für kleinblumige Rosen veränderte sich jedoch nicht,  sondern stagnierte bei 12 Cent. Auch der Preis für Spraychrysanthemen war mit 24 Cent identisch zum Vorjahr 2006. Freesien erzielten besser Preise.

    Der Mangel an Nelken in guter Qualität führte zu höheren Durchschnittpreisen. So erzielten Spraynelken mit 12 Cent einen Cent mehr. Ebenfalls einen Cent mehr, nämlich 16 Cent, wurde für Standardnelken gezahlt. Gerbera kosteten 2007 2 Cent weniger (24 Cent) als 2006. Für  Lilien ging es etwas bergab mit einem um 4 Cent niedrigeren Preis  (32 Cent) für Asiatische, einen Cent weniger für Orientalische (57 Cent) und einem Rückgang von 2 Cent auf 33 Cent für L. longiflorum x Asiatische Sorten. Lilium longiflorum wurde 2007 im Durchschnitt einen Cent teurer eingekauft (39 Cent) als 2006.

    Themenvorschläge für die Redaktion
    • Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der Preisbildung bei Schnittblumen. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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