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Newsletter Ausgangsmaterial - April 2008 < zurück
 
 
  1. Export Ausgangsmaterial 2007 entwickelte sich gut Der Export von Ausgangsmaterial ist 2007 um 4,4 Prozent auf 220,7 Millionen Euro angestiegen. Dieses Wachstum ist vor allem auf den Handel zwischen Ländern innerhalb der EU und den Absatz in europäische Länder außerhalb der EU zurückzuführen, sowie den Mittleren Osten und Ozeanien, insbesondere Australien. Der Export in amerikanische Länder und den Fernen Osten ging leicht zurück. Auch Afrika nahm etwas weniger Ausgangsmaterial ab. 2007.  

    Der wichtigste Absatzmarkt außerhalb Europas, die Vereinigten Staaten nahm 2007 rund 11 Prozent weniger Ausgangsmaterial ab und erreichte eine Größenordnung von fast 9,6 Millionen Euro. Vor allem der teure Euro ist für diesen Rückgang verantwortlich. In den vergangenen Jahre ist das Ausgangsmaterial für die am Dollar orientierten Länder beinahe um die Hälfte teurer geworden. Dies machte sich auch beim Absatz nach Ecuador bemerkbar. Dieser sank 2007 um gut 35 Prozent auf € 900.000. Auch der Absatz nach Kolumbien ging zurück, wenn auch „nur“ um 6,4 Prozent. Der Export nach Kanada sank um 10,6 Prozent auf 2,1 Millionen Euro.  

    Auf dem nordamerikanischen Kontinent stieg nur der Absatz von Ausgangsmaterial nach Mexiko und zwar deutlich mit einem Plus von fast 9 Prozent auf gut 1,7 Millionen Euro.  

    Im Fernen Osten sank der Absatz nach Japan 2007 um fast 8 Prozent auf 7,9 Millionen Euro. Und China ist mit einem Umsatz von € 719.000 noch gerade auf der Liste der umsatzstärksten Länder.
    Der Export nach Afrika ging leicht (-0,2 Prozent) auf rund 5 Millionen Euro zurück. Der Rückgang von Kenia mit 22,8 Prozent auf einen Betrag von fast 2 Millionen Euro gab dabei den Ausschlag. Ägypten ist ein auffallender Aufsteiger in der Rangliste mit nahezu einer Vervierfachung des Imports von Ausgangsmaterial auf einen Betrag von € 219.000.  

    Vom gesamten Export des Ausgangsmaterials sind 38,1 Prozent (84,1 Millionen Euro) für die Kultur von Schnittblumen bestimmt. 2007 lag dieser Anteil noch bei 38,5 Prozent. Einer der Gründe für die Verschiebungen beim Export von Ausgangsmaterial für den Schnittblumenanbau in Richtung Ausgangsmaterial für die Topfpflanzenkultur ist eine immer stärker anwachsende Produktion von Ausgangsmaterial für die Schnittblumenkultur in den Ländern, in denen auch das Endprodukt kultiviert wird. Dies ist kostengünstiger, da Transportkosten eingespart werden und die Qualität aufgrund der besseren Klimaverhältnisse in diesen Ländern rund um den Äquator besser ist.
    Der Absatz von Ausgangsmaterial für die Kultur von Zierpflanzen ist im Vergleich zur Produktion von Schnittblumen sehr viel stärker regional orientiert. Dadurch ist der Handel von Ausgangsmaterial für die Pflanzenkultur weniger anfällig für Entwicklungen auf dem internationalen Markt. Doch rücken auch hier Lizenzverträge immer stärker in den Mittelpunkt. Produzenten erhalten eine Erlaubnis, um für die eigene Nutzung oder für den Weiterverkauf in ihrer Region Pflanzenmaterial zu produzieren. Fast 89 Prozent des Ausgangsmaterials für die Topfpflanzenkultur bleibt in Europa (EU und Nicht-EU-Länder in Europa). Vom Ausgangsmaterial für den Schnittblumenanbau verbleiben nur 66,3 Prozent in der EU und den Nicht-EU-Ländern Europas.    

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  2. EU hilft ägyptischer Regierung bei der Etablierung des Züchterschutzrechts Der Europäischen Union liegt viel daran, dass möglichst viele Länder Mitglied der UPOV, der International Union for the Protection of New Varieties of Plants, werden. Die EU unterstützt daher Initiativen von Organisationen in den Mitgliedsstaaten, die sich engagieren, um das Wissen rund um das Züchterrecht zu vergrößern. Eine der von der EU finanziell unterstützten Initiativen wird durch Blumenbüro Holland (Niederlande) durchgeführt. Im Rahmen einer Kampagne zur Förderung des Exports von europäischem Ausgangsmaterial und des Wissensaustausches rund um das Thema Ausgangsmaterial wurde in der zweiten Januar Woche ein Seminar in Kairo, Ägypten durchgeführt. Fast alle ägyptischen Experten auf diesem Gebiet trafen sich im International Exhibition Centre in der ägyptischen Hauptstadt, um den Vorträgen von drei Experten aus der EU zu folgen.  

    Auch der ägyptische Landwirtschaftsminister, Hamid Amin Abaza, nahm am Seminar teil. In seiner Eröffnungsansprache betonte er, dass Ägypten gerne den UPOV-Vertrag unterzeichnen will. Er richtete einen dringenden Appell an den Agrarsektor ihn bei der Beantragung der notwendigen diesbezüglichen Gesetzgebung zu unterstützen. Nicht alle Bereiche des Agrarsektors in Ägypten stimmen mit der Sichtweise des Ministers überein. Doch an den Vertretern des ägyptischen Zierpflanzenbaus soll es dabei nicht liegen. Diese möchten am liebsten schon morgen Mitglied der UPOV werden, um Zugang zu den neuesten Sorten für den Export nach Europa und Asien zu erhalten. Noch Ende des vergangenen Jahres wurde der stark wachsende Zierpflanzenbau in Ägypten darauf gestoßen, dass diese Notwendigkeit besteht, als ein großer Chrysanthemenzüchter aus der EU offiziell verkündete, keine Sorten mehr nach Ägypten zu liefern bis Ägypten eine auf dem UPOV-Vertrag basierende Gesetzgebung eingeführt hat. 

    Auf dem Seminar sprach der Präsident des Europäischen Amtes für Sortenschutz (CPVO), Bart Kiewiet über die Organisation des Züchterschutzes in Europa. Die technische Seite des Züchterschutzes wurde ausführlich von Kees van Ettekoven, dem Leiter der Abteilung Züchterschutz von Naktuinbouw erläutert und die rechtliche Seite des Themas wurde von Dr. Edgar Krieger, Generalsekretär der CIOPORA, der internationalen Organisation der Züchter und vegetativen Vermehrer von Zier- und Obstpflanzen vorgestellt.  

    Aus der lebendigen, sehr fachorientierten Diskussion, die zwischen den Rednern und den ägyptischen Experten entstand, ging hervor, wie sehr das Thema Züchterschutz und UPOV den ägyptischen Sektor bewegt.  

    Themenvorschläge für die Redaktion
    • Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des Züchterrechts und/oder eines der europäischen Sprecher auf dem Seminar in Kairo. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an:c.van.vliet@flowercouncil.org
  3. Die Blumenindustrie auf den Kopf gestellt Der Seetransport von Schnittblumen durch Containerschiffe entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Nicht nur die Technik wird immer ausgereifter, auch die Reeder stürzen sich auf diesen vielversprechenden Geschäftsbereich. Und, nicht zu vergessen: Auch bei der Einstellung der Blumenproduzenten, Importeure und Exporteure verändert sich viel. Händler ziehen immer häufiger die Möglichkeit in Betracht Transportlinien mittels Seetransport zu organisieren.  

    Seetransport ist nach Schätzungen um die Hälfte günstiger als Lufttransport. In den Ländern in denen der Lufttransport über weite Strecken der größte Kostenfaktor ist, wie Kolumbien, Ecuador und den ostafrikanischen Ländern, kann dies zu einer enormen Verschiebung im Warenstrom und der Konkurrenzsituation auf dem Markt führen.  

    Nach Schätzungen werden zurzeit 10 Prozent aller Blumen, die aus südlichen Produktionsgebieten in reiche Konsumländer exportiert werden, per Seecontainer transportiert. Es wird erwartet, dass es innerhalb von fünf Jahren an die 40 Prozent sein werden. Ein bremsender Faktor bei dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass Schnittrosen den Seetransport nicht vertragen, da sie empfindlich für Botrytisbefall sind. Sollte dieses Problem gelöst werden, könnte nach Aussage von Transportexperten der Anteil der Containertransporte schnell auf 80 Prozent anwachsen und die Rosenkultur schnell aus den teuren Produktionsgebieten in Europa verschwinden.  

    Doch es geht nicht nur um den Containertransport per Schiff. Auch Containertransport auf der Fahrstrecke mit den gleichen Lagertechniken wie beim Seetransport eröffnet allerlei Möglichkeiten. So können aus den wichtigen Distributionszentren für Blumen im Nordwesten der EU Blumen nahezu ohne Qualitätsverlust bis nach Russland transportiert werden.  

    Der konditionierte Containertransport von Schnittblumen wird auch umfangreiche Auswirkungen auf die traditionellen Produktionsgebiete in der EU, und auch in Afrika haben. Seefahrtslinien werden wichtiger, die Bedeutung guter Luftfrachtverbindungen nimmt ab. So ist Simbabwe gegenüber Kenia beim Export in die Vereinigten Staaten im Vorteil. Simbabwe kann über Häfen in Südafrika exportieren, von wo aus die Waren über das südliche Afrika nach Nordamerika gefahren werden können. Kenia ist dabei im Nachteil, da die von dort stammenden Blumen durch den teuren Suezkanal gebracht werden müssen. 

    Themenvorschläge für die Redaktion
    • Interview mit einem Logistik-Experten zum Thema (See-)Containertransport. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
  4. Energie aus dem Gewächshaus Innovation ist eines der wichtigsten Merkmale der Blumenkultur in der EU. Dazu gehört auch der effiziente Umgang mit Energie.  

    Effizienz kann so weit gehen, dass das Gewächshaus sogar Energie produziert. Dies geht aus Praxisuntersuchungen in den niederländischen Häusern hervor. Die Untersuchung läuft noch bis zum Ende des Sommers 2008, aber es ist bereits deutlich zu sehen, dass es gute Möglichkeiten gibt, ein Gewächshaus für die Beheizung anderer Gewächshäuser, die nicht über entsprechende technischen Installationen verfügen, zu nutzen.  

    Es wurde auch deutlich, dass beispielsweise die Kultur von Grünpflanzen, die eine Schirminstallation erfordert, weniger attraktiv ist als eine Kultur, bei der die Sonnenenergie besser genutzt werden kann. Berechnungen haben gezeigt, dass im heutigen Stadium der Entwicklung das energieproduzierende Gewächshaus in etwa das Äquivalent zu 2m3 Erdgas pro m2 Gewächshausoberfläche abliefern kann.   

    Themenvorschläge für die Redaktion
    • Interview mit einem Experten auf dem Gebiet der energieproduzierenden Gewächshäuser. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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