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- CO2-Indikator für den Zierpflanzenbau
- Neuer PCR-test für Rosenmosaikviren
- Innovation ist auch Kooperation
- Züchterrecht muss man lernen
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CO2-Indikator für den Zierpflanzenbau
Eine europäische Organisation für die Zertifizierung im Gartenbau will einen CO2-Indikator entwickeln, der speziell im Zierpflanzenbau eingesetzt werden kann. Dieser Indikator soll den CO2-Ausstoß während des gesamten Kulturprozesses messen. Es wird erwartet, dass ein solcher Indikator Anfang 2008 zur Verfügung stehen wird. Das Wirtschaftsinstitut für Landwirtschaft (LEI), ein Teil der Universität und des Forschungszentrums Wageningen (WUR), sucht nach einer objektiven Messmethode. Durch den Indikator soll ein Beitrag zur Reduzierung des Treibhauseffektes geliefert werden.
Mit dem CO2-Indikator kann ein Produzent den CO2-Ausstoß pro Einheit eines Produktes berechnen. Zunächst durch die Umrechnung der eingesetzten Energie gemessen in Gigajoule in den CO2-Ausstoß in Kilo. Danach wird der Ausstoß pro Kilogramm Produkt bestimmt, wobei der durch die Produktions- und Absatzkette zurückgelegte Weg mit einbezogen wird. Es wird erwartet, dass auf der Grundlage dieser Initiative der Grundstein für ein internationales Protokoll zum CO2-Ausstoß gelegt werden kann. Der CO2-Kettenindikator soll 2009 einsatzfähig sein.
Die Entwicklung einer guten CO2-Nachweismethode ist dabei von großer Bedeutung. Nicht nur um bei den Produzenten einen Bewusstwerdungsprozess in Gang zu setzen, sondern auch um korrekte Aussagen über den CO2-Ausstoß zu den Prozessen der gesamten Produktions- und Absatzkette treffen zu können. Noch 2007 kam es zu aufgeregten Reaktionen wegen der Aussage eines britischen Ministers, dass doch möglichst kenianische Blumen gekauft werden sollten, da diese wegen geringerer Heizkosten einen viel geringeren CO2-Ausstoß verursachen würden als Blumen aus Nordwesteuropa.
Durch die Entwicklung einer auf wissenschaftlichen Grundlagen basierenden Norm, wäre ein für alle Mal eindeutig nachzuweisen, wie viel CO2-Ausstoß die Produktion und der Transport von Zierpflanzen verursachen.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit der Geschäftsführung der Zertifizierungsorganisation des LEI. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Neuer PCR-test für Rosenmosaikviren
Naktuinbouw, eine der fortschrittlichsten europäischen Organisationen für die Qualitätskontrolle von Pflanzen hat einen neuen PCR-Test für PNRSV (Prunus Necrotic Ring Spot Virus) bei Rosaceae entwickelt. PCR ist eine Technik auf DNA-Niveau und steht für polymerase chain reaction (Polymerase-Ketten-Reaktion). Diese Technik wird immer häufiger zum Aufspüren verschiedener Krankheitserreger im Gartenbau eingesetzt. PNRSV ist der am häufigsten vorkommende Verursacher von Mosaiksymptomen an Rosengewächsen. Der neue Test wird seid kurzer Zeit im Rahmen der Systematik für Naktuinbouw Elite und Naktuinbouw Select Pflanzen eingesetzt.
Rosenmosaik kann durch eine Reihe unterschiedlicher Viren verursacht werden, doch der bei weitem am häufigsten auftretende Verursacher von Mosaiksymptomen ist Prunus Necrotic Ring Spot Virus (PNRSV), der nekrotische Ringfleckenvirus. Dieser Virus verdankt seinen Namen der Pflanze, an der er zum ersten Mal gefunden und beschrieben wurde, nämlich an einem Prunus. Ein PCR-Test gibt innerhalb von zwei Tagen zuverlässig Auskunft und ist das ganze Jahr über anwendbar. Dadurch, dass bei PCR-Tests mehrere Muster in einem Test gemeinsam analysiert werden können, bleiben die Kosten pro Probe recht begrenzt.
Vergleichbare Tests
Der neue PCR-Test wurde 2007 entwickelt und in einem umfangreichen Testverfahren mit möglichen Alternativmethoden wie ELISA und dem bereits zur Verfügung stehenden biologischen Test auf der Indikatorpflanze Prunus serrulata ‘Shirofugen’ verglichen. Ein ELISA-Test für PNRSV ist zwar kostengünstiger, allerdings empfindlich in Bezug auf Saisoneinflüsse und das Alters des Blattes in der Probe. Der Biotest ist für viele Standardprozesse nicht geeignet, da zuverlässige Ergebnisse erst nach 8 bis 10 Wochen vorliegen und der Test saisongebunden ist.
Die Entwicklung von neuen Methoden um Krankheiten aufzuspüren gehört zum innovativen Charakter des Zierpflanzenbaus in der EU. Denn dabei geht es nicht nur darum Methoden zu entwickeln, die die Produktion so günstig wie möglich machen. Innovation beinhaltet auch das Entwickeln von Systemen, die Züchter und Produzenten in die Lage versetzen, gesundes Pflanzenmaterial zu erzeugen. So kann auch der Schließung von Handelsgrenzen vorgebeugt werden, die das Einschleppen von Pflanzenkrankheiten verhindern soll.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit Forschern und Entwicklern des neuen Tests. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an: c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Innovation ist auch Kooperation
Innovation bedeutet mehr als nur technische Verbesserungen. Auch auf dem Gebiet der Sortenentwicklung und der Produktion von Ausgangsmaterial ist noch viel zu erreichen. Daran wird bei der Veredelung und Selektion von Biotechnologen hart gearbeitet.
Beim Pflanzmaterial, das die Grundlage für die Produktion bildet, gibt es eine stetige Nachfrage nach strukturellen Erneuerungen und Veränderungen. Wissenschaftler in Instituten und Betrieben nutzen dabei auch die Biotechnologie.
Europa hat schon immer eine führende Rolle bei der Züchtung von Zierpflanzen gespielt. Um zu verhindern, dass dieser Vorsprung schrumpft, haben Züchter das Technologisch Topinstituut Groene Genetica (TTI GG) (Technologisches Spitzeninstitut für Grüne Genetik) gegründet. Diese Zusammenarbeit soll die Grundlage der Pflanzenzüchtung stärken und das Wissen der Forschung vergrößern. In den nächsten vier Jahren stehen dafür 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hälfte dieser Summe wurde von den Zuchtbetrieben selbst aufgebracht. Bei TTI GG arbeiten Wissenschaftler von Universitäten und Betrieben auf drei Ebenen zusammen: Stärkung der Ausbildung, die stärkere Verknüpfung von Themen wie Genetik, Physiologie und Phytopathologie sowie die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Instituten und den Betrieben.
TTI GG ist ein virtuelles Institut; Gebäude und eine eigene Gehaltsliste existieren nicht. Das TTI GG wird in erster Linie koordinierend bei gemeinsamen Forschungsprojekten und Initiativen auf den Gebieten Wissenschaft und Ausbildung auftreten.
Auch bei der Biotechnologie ist noch viel Weiterentwicklung möglich. So kann durch das Identifizieren und Isolieren von Genen die Qualität der Pflanzen verbessert werden. Stresstoleranz und Resistenz gegen Schaderreger sind dabei nur einige Beispiele.
Bei der Suche nach Pflanzen, die weniger Energie benötigen, spielt TTI GG ebenfalls eine Rolle. Auch bei der Vermehrung großer Mengen mit Hilfe von Gewebekultur kann noch viel gewonnen werden.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Wissenschaftler, der im Bereich der Biotechnologie tätig ist. Namen und Kontaktdaten sind erhältlich bei c.van.vliet@flowercouncil.org.
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Züchterrecht muss man lernen
Viele Produzenten haben mit Züchterrecht zu tun, doch nur wenige kennen sich wirklich aus. Das ist auch nicht nötig, denn für jedes Land das Mitglied der UPOV, des internationalen Verbandes zum Schutz neuer Pflanzensorten (International Convention for the Protection of New Varieties of Plants) ist, arbeiten Spezialisten, die Experten auf diesem Gebiet sind. Doch auch diese Spezialisten müssen sich regelmäßig weiterbilden.
In der Europäischen Union wird viel getan, um Wissen in Bezug auf das Züchterrecht weiterzugeben. Da alle Länder, die Mitglied der Welthandelsorganisation WTO sind, sich verpflichtet haben den Züchterschutz zu gewährleisten, haben viele Länder damit begonnen ein System aufzubauen, um das intellektuelle Eigentum, das die Entwicklung neuer Pflanzensorten darstellt, zu schützen. Allein betrachtet ist dies noch kein großes Problem. Es wird erst richtig kompliziert, wenn all diese Vorschriften in die staatliche Gesetzgebung integriert und Systeme für die Handhabung und Kontrolle eingerichtet werden müssen.
In der EU weiß man sehr viel über solche Prozesse, darum stellen nationale Organisationen, wie beispielsweise Naktuinbouw, ihr Wissen Organisationen und Behörden anderer Länder zur Verfügung. Weil Länder in der EU großes Interesse an einem gut funktionierenden Züchterrecht-System haben, liegt ihnen viel daran ihr Wissen an andere Länder weiter zu geben.
Es wurden Programme von einzelnen EU-Mitgliedsstaaten aufgestellt, die unter anderem aus einem UPOV-Fernkurs, einem PVP-Kurs, aus Länderprojekten und einem Helpdesk bestehen.
Der UPOV-Fernkurs (Distant Learning Course) ist ein Kurs über Züchterrecht an dem über das Internet in der ganzen Welt teilgenommen werden kann. Die PVP (Plant Variety Protection) ist ein jährlich stattfindender zweiwöchiger Kurs mit Theorie und Praxisanteilen. Jedes Jahr nehmen 20 bis 25 Teilnehmer aus 15 bis 20 verschiedenen Ländern am PVP-Kurs teil. Länderprojekte können mit einzelnen Ländern, die an der Entwicklung eines Züchterschutzsystem arbeiten, durchgeführt werden. Dies geschieht zurzeit unter anderem in China, Indonesien und Vietnam. Auch einige neue EU-Mitgliedstaaten nutzen diesen Service. Schließlich kann das Helpdesk direkt Antwort auf die Fragen geben, die während einer Untersuchung in Bezug auf das Züchterrecht auftreten. Mit Hilfe von Bildübertragungen können auf anschauliche Art direkt Fragen und Antworten ausgetauscht werden.
Themenvorschläge für die Redaktion- Interview mit einem Experten auf dem Gebiet des Wissensaustauschen in Bezug auf das Züchterrecht. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an: c.van.vliet@flowercouncil.org.