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  1. Export Ausgangsmaterial entwickelt sich gut Der Export von Ausgangsmaterial nimmt weiter zu. In den ersten drei Quartalen lag der Exportwert bei € 186 Millionen, 4,5% höher als in den ersten drei Quartalen von 2006.

    Insbesondere der zwischeneuropäische Handel trug zu einer Verbesserung des Ergebnisses bei. Der Export von Ausgangsmaterial in Länder außerhalb der EU und Europas ist rückläufig. Eine Ausnahme sind die Länder des Mittleren Ostens wo in den ersten drei Quartalen ein leichter Anstieg von 1,6% zu verzeichnen war. Die Gründe für einen sinkenden Exportwert in Länder außerhalb Europas sind vor allem im unter Druck stehenden Dollar zu suchen. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass europäische Züchter die Produktion insbesondere in Gebiete außerhalb der EU verlagern. So werden Transportkosten gespart und vom häufig niedrigeren Lohnniveau sowie den geringeren Energiekosten profitiert. Des Weiteren ist über das Jahr gesehen die Qualität aufgrund der günstigeren Klimabedingungen besser. Die meist europäischen Züchter verbessern so ihre Konkurrenzposition, ihren Umsatz und die Rentabilität, ohne dass sich dies in den Exportzahlen des Mutterlandes ihrer Betriebe niederschlägt. Lizenzgebühren für Zuchtsorten (Royalties) werden nämlich nicht im Rahmen der Exportzahlen erfasst, sondern haben nur eine Bedeutung in Bezug auf tatsächlich gelieferte Güter.

    Europa
    Der Handel in der EU stieg um 7,3%. Großen Anteil an diesem Wachstums hat Großbritannien. Die Steigerung in den ersten drei Quartalen betrug nämlich 20% und erreichte einen Betrag von rund € 25 Millionen. Deutschland bleibt mit € 37,7 Millionen der wichtigste Abnehmer von Ausgangsmaterial. Der Absatz ging allerdings um 1,2% zurück.

    Asien
    Der Absatz von Ausgangsmaterial in den Fernen Osten sank zwischen Januar und September dieses Jahres um 9,6% auf € 9,5 Millionen. Japan (-11,9%), Südkorea (-16%) und China (-32,1%) nahmen weniger ab. Iran investiert zurzeit in Produktionseinrichtungen für Zierpflanzen und fragte 42,5% mehr europäisches Pflanzenmaterial zu einem Gesamtwert von € 545.000 nach.

    Amerika
    Sowohl Nordamerika (-13,8%) als auch Südamerika (-6,5%) nahmen weniger Pflanzenmaterial ab. Während die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr noch Zuwächse verzeichneten, waren die Umsätze in diesem Jahr wieder rückläufig (-15%). Gleiches gilt für Kanada, das 8,5% weniger Pflanzenmaterial aus Europa bezog. Mexiko war das einzige Land, das sich in den ersten drei Quartalen 2007 in dieser Hinsicht positiv entwickelte (+10,2%). In diesem Land sind schon seit Jahren Zuwächse beim Kauf hochwertigen Pflanzenmaterials aus der EU zu verzeichnen. In Südamerika entwickelte sich der Absatz in die wichtigen Abnehmerländer weniger gut als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Kolumbien (-6%), Ekuador (-38,8%) und auch Brasilien (-5,3%) nahmen weniger Ausgangsmaterial ab.

    Afrika
    Kenia, der wichtigste Blumenproduzent in Afrika nahm bedeutend weniger Pflanzenmaterial ab (-31%). Der Umsatz der ersten drei Quartale 2007 erreichte nur € 1.336.000. Südafrika entwickelte sich gut und es wurden bei einer Umsatzsteigerung von fast 40% € 867.000 erzielt. Insgesamt wurde in Afrika 6,9% weniger Ausgangsmaterial im Gesamtwert von € 3,6 Millionen umgesetzt.

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  2. CIOPORA legt Finger in die Wunde Die CIOPORA hat während der letzten Horti Fair in Amsterdam, der größten Gartenbaumesse der Welt, auf die Probleme in Bezug auf die Nichtbeachtung von Züchterschutzrechten (Plant Breeder’s Rights) aufmerksam gemacht.

    Zu Beginn dieses Jahres begann diese internationale, nicht regierungsgebundene Organisation von Zuchtbetrieben ein Projekt, dass der „Piraterie” im Zierpflanzenbau mehr Aufmerksamkeit widmen soll. Unter dem Motto „Stop Piracy, Support Creativity” werden alle Beteiligten der Produktions- und Absatzkette im Zierpflanzenbau weltweit über die negativen Auswirkungen dieser Piraterie informiert.

    Auf der Horti Fair wurde diese Botschaft durch einen Piraten, dargestellt von einem als leibhaftigem Seeräuber verkleideten Schauspieler und einer mit einem prächtigen, märchenhaften Blütenkostüm bekleideten Dame, vorgetragen.

    Piraterie im Zierpflanzenbau führt zu erheblichen Umsatzverlusten bei den Züchtern. Die Unternehmen investieren viel Geld in die Entwicklung neuer, verbesserter Pflanzen. Diese Investitionen müssen durch Lizenzen (Royalties) wieder erwirtschaftet werden. Der tatsächliche Kaufpreis für das Pflanzenmaterial wird davon nicht berührt.

    In vielen Fällen ist es für Produzenten relativ einfach legal erhältliches Pflanzenmaterial illegal weiter zu vermehren und so die international festgelegten Regeln zu brechen. Dabei handelt es sich jedoch um unlautere Wettbewerbsmethoden in Konkurrenz zu den Produzenten, die sich an die Regeln halten. Außerdem versiegen so die finanziellen Mittel, die die Veredler benötigen, um im Sinne der Produzenten innovative Produkte zu entwickeln. Die meisten Züchter sind Mitglied der CIOPORA, dieser Name steht für „International Community of Breeders of Asexually Reproduced Ornamental and Fruit Varieties”.

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    • Interview mit dem Generalsekretär der CIOPORA. Für Namen, Adressen und weitere Unterstützung wenden Sie sich bitte an: c.van.vliet@flowercouncil.org.
  3. Turkei ändert Strategie Der türkische Zierpflanzenbau hat sich in den vergangenen Jahren stark in Bezug auf eine Neustrukturierung engagiert. Stand die Türkei bei europäischen Lieferanten von Ausgangsmaterial bisher in dem Ruf es mit den internationalen Regeln nicht so genau zu nehmen, ist in den letzten Jahren von einer strukturellen Umgehung der Regeln immer seltener die Rede.

    2006 wurde noch an der Außengrenze der EU, kurz vor dem englischen Muttertagsfest, in Ungarn eine Nelkensendung abgefangen. Diese stammte von verschiedenen Produzenten, die keine Lizenzgebühren entrichtet hatten.

    Diese Aktionen mehrerer europäischer Zuchtbetriebe zeigten Wirkung bei zahlungsunwilligen türkischen Produzenten. Seither halten die türkischen Gärtner die Regeln ein.
    Dieser Sinneswandel hat sich positiv auf die Art und Weise ausgewirkt, wie Züchter mit ihren Kunden aus der Türkei umgehen. Und auch auf der Absatzseite ist Bewegung festzustellen. Europäische Versteigerungen arbeiten jetzt eng mit türkischen Gärtnern zusammen. Diese Zusammenarbeit führt letztlich zu einer Ausweitung des in der Türkei kultivierten Sortiments.
    Auch bei den strategischen Entwicklungen trägt die Zusammenarbeit zwischen der türkischen Schnittblumenproduzenten-Organisation, Antalya Cut Flower Exporters Union, und Europa Früchte. Vertreter der Blumenbranche in Europa haben immer auf eine Entwicklung des internen Marktes in der Türkei gedrängt. Durch zunehmenden Wohlstand in der Türkei gibt es ausgezeichnete Möglichkeiten den innertürkischen Schnittblumenkonsum zu erhöhen. Die Türkei hat rund 70 Millionen Einwohner, wobei der Mittelstand deutlich wächst.

    Türkische Gärtner und Handelsunternehmen kümmern sich nun mehr um die Entwicklung des inländischen Marktes. Aus einer stärkeren Position der Betriebe in der Türkei, bedingt durch einen wachsenden Umsatz innerhalb des eigenen Landes, sind die Chancen für einen Export in europäische Länder ebenfalls gestiegen.

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  4. Europa hilft die logistischen Ströme von Frischeprodukten zu verbessern Kürzlich erklärten die europäischen Versteigerungen Produzenten, Händlern und Spediteuren frischer Schnittblumen Qualitätsverbesserungen durch die Vermittlung von mehr Wissen innerhalb der gesamten Kette erreichen zu wollen.

    Gemeinsam mit den weltweit wichtigsten Speditionen für Frischeprodukte haben die Blumenversteigerungen mit dem Projekt begonnen, alles vorhandene Wissen auf diesem Gebiet zu sammeln. Produzenten auf der ganzen Welt, die ihre Produkte über die europäischen Versteigerungen absetzen, sollen dann die Transportlösungen, die die Versteigerungen und die Speditionen anbieten nutzen können.

    Dabei soll zum Thema Nacherntebehandlung der Schnittblumen beraten und eine Empfehlung zur Kontrolle der so genannten ‘cool chain’, der Kühlkette gegeben werden. Ein weiterer entscheidender Teil des Projektes ist die Wissensvermittlung in Bezug auf längerfristige Lagerung und Transport in klimatisierten Containern. Immer häufiger werden Blumen in Seecontainern aus Afrika und Südamerika in die wichtigen Absatzländer in Nordamerika und Europa verschifft. Logistische Dienstleistungen aus Europa spielen dabei eine vorherrschende Rolle.

    Der effiziente Transport von Frischeprodukten, in diesem Fall Blumen auf dem Seeweg, ist umweltfreundlicher und kann zu einer Reduzierung des CO2- Ausstoßes beitragen. Reichlich Gründe also für Produzenten aus aller Welt, die Dienstleistungen der europäischen Distributionsbetriebe zu nutzen.

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